Die Idee

Die Initiative SchulFarm möchte sich verstehen als

  • künftiger genossenschaftlicher Zusammenschluss von (gemeinnützigen) Organisationen und (Wirtschafts-) Betrieben und Einzelmitgliedern, die Ernährung als hohen Wert in ihren Mittelpunkt stellt. Alle Genossen sind zugleich Eigentümer und Kunden. (Identitätsprinzip). Genossenschaften zeichnen sich durch eine solidarische, demokratische, nach dem Grundsatz der Gleichbehandlung und Transparenz geprägte Struktur aus.
  • Gemeinnützige Genossenschaft, die im Wesen ihres Konzeptes sowohl der Förderung ihrer eigenen Mitglieder, als auch den Interessen der Allgemeinheit (Ökologie, Pädagogik, Gesundheitsprävention, Umweltschutz, Energiesparen, Kultureller Austausch, Soziale Vernetzung) dient.
  • Maßnahme zur nachhaltigen Förderung der ländlichen Entwicklung und des ökologischen Landbaus und einer gleichzeitigen Anbindung der städtischen Bevölkerung an die Region (sanfter Tourismus, Öko-Tourismus, Urlaub auf dem Bauernhof – Brodowin läßt grüßen.) Die Genossenschaft garantiert die Abnahme der Nahrungsmittel. Somit kann z. B. dem massenhaften Höfe-Sterben entgegenwirken.
  • Pädagogisches Konzept, das Lernen nicht als einen verschulten einseitigen Lernprozess versteht, sondern wieder Zeit und Raum für gelebte Erfahrung bzw. Erfahrungswissen im praktischen ­Alltag entstehen lässt. Wissen über unsere Ernährung und die Natur waren immer überlebenswichtig und werden es künftig noch viel mehr sein. Schließlich wollen alle Menschen auf diesem Globus satt werden. Und wir bestehen ja nur aus dem, was wir gegessen haben. (Man ist, was man isst) Deshalb ist ein bewusster Umgang mit Lebensmitteln und ein Lernen und Forschen über ökologische Zusammenhänge in der Natur (uns selbst eingeschlossen) schon in den Schulen bzw. Universitäten von inzwischen grundlegender Bedeutung für unser Überleben auf diesem Planeten. Schließlich werden unsere Kinder die Suppe auslöffeln müssen, die wir ihnen eingebrockt haben. Da wird der Friday for Future nicht ausreichen, da müssen wir schon die ganze Woche ran. Nicht Energiewende, sondern Ernährungswende ist das Gebot der Stunde. Eine echte Ernährungswende bzw.viele solcher Lebensmittel-Netzwerke, werden automatisch eine Energiewende nach sich ziehen.
  • Vision einer echten multikulturellen und demokratischen Plattform und Gemeinschaft, die trotz unterschiedlichster Interessen und Kulturen  der einzelnen Mitglieder, einen gemeinsamen Wert und einen kleinsten gemeinsamen Nenner – nämlich das Essen – hat, und in der eine offene und fruchtbare Kommunikation und Diskussion geführt werden kann und die zu einer größeren Toleranz der unterschiedlichen Kulturen führt. Essen müssen schließlich alle Menschen. Und gehen wir nicht alle gerne zum Chinesen, zum Italiener, zum Mexikaner oder zum Türken essen?
  • Angebot eines geänderten Ernährungsverhaltens und einer Esskultur, das über religiöse und kulturelle Unterschiede hinaus, Kindern und Jugendlichen einen rituelle Bezugspunkt für einsichtige Regeln und Umgangsformen ermöglicht  (Z. B. gemeinsames Anfangen des Schul-Essens. Piep, piep … guten Appetit) und wieder zu einer größeren Wertschätzung und Kenntnis der Nahrung verhilft, ohne jedoch ständig die Moralkeule zu schwingen.
  • Initiative mit dem Ziel, Kinder, Jugendliche zu unterstützen einen verantwortungs­bewussten Umgang mit sich selbst, der Umwelt und unser aller endlichen Ressourcen zu erlernen, zu erforschen und gegebenenfalls auch durchzusetzen. Und auch als Handlungs- und Informations-Alternative für den Einzelnen im Bereich der Ernährung und der Nahrungszubereitung, ohne den moralischen, pädagogischen, veganen oder sonstigen Ökobilanz-Zeigefinger zu erheben.
  • politische Vision, die sich nicht zwischen Kapitalismus und Sozialismus entscheidet: Von beidem das Beste. Denn für alles gibt es Ausnahmen: Die Nahrungsproduktion muss die Ausnahme im Kapitalismus werden und künftig einer demokratischen Kontrolle unterliegen. Sollten wir nicht unsere Bauern als unsere Ernährungs-Produzenten viel höher wertschätzen und auch bezahlen? Sollten wir unseren Bauern nicht sogar eine Verbeamtung anbieten, schließlich sind sie direkt für die Gesundheit des einzelnen zuständig, wie kaum eine andere Berufsgruppe. Ärzte heilen Krankheiten – gute und gesunde Ernährung hilft Krankheiten zu vermeiden. Dafür sollten wir aber von den Produzenten eine nachhaltige Landwirtschaft, eine intakte Umwelt und eine gesunde Ernährung erwarten und einfordern. Und Transparenz und Einsicht in die Produktionsprozesse zulassen und durchsetzen. Eine Fest-Anstellung in der Genossenschaft wäre z. B. ein möglicher Schritt in diese Richtung.
  • Konzept zur Gesundheitsprävention, das im Rahmen einer Natur- und Umwelterziehung Kindern und Jugendlichen wieder Spaß an Bewegung und an der Natur vermitteln will und z. B. Übergewicht und Essstörungen und sonstige Gesundheitsschäden vermeiden hilft. Stall-Luft ist schließlich gut gegen Allergien und stärkt das Immunsystem. Früher nannte man so etwas Kartoffel-Ferien und viele Schulen hatten sogar eine eigene Schulfarm in der Umgebung.
  • lebenslanger, nachhaltiger und kontinuierlicher Bezugspunkt, mit dem sich bereits Kinder und Jugendliche identifizieren können. Generationsübergreifend kann man dann später als Erwachsener und “Ehemaliger” auch privat Urlaub auf dem “eigenen” Genossenschafts-Hof machen und/oder auf dem Acker mithelfen und sich (hoffentlich) weiterhin für die Erhaltung und Förderung des SchulFarm-Konzeptes einsetzen und auch weiterhin die GenossenschaftsProdukte kaufen.
  • Instrument, das neue innovative Finanzierungskonzepte (Fundraising) entwickelt und das sowohl den knappen Kassen der öffentlichen Hand, als auch der immer weiter um sich greifenden Armut in vielen Familien, gerecht wird. Denkbar sind z. B. Patenschaften über Tiere oder einzelne Schulklassen, Genossenschafts­anteile, Firmensponsoring etc.
    Durch die Direktvermarktung, den genossenschaftlichen Großeinkauf und die gemeinsame professionelle Nutzung gemeinsamer Gebrauchsgegenstände (z. B. Auto, Werkzeuge, Maschinen etc. ) lassen sich nicht unerhebliche Einsparungen tätigen.Und wieviel Zeit und Energie lässt sich einsparen, wenn, statt dass jeder sein eigenes Süppchen kocht, eine Person für 15 Leute oder mehr kocht?
  • Professionelles Dienstleistungs-Instrument, das Schulen bei der Umsetzung einer Ernährungswende unterstützt und außer einer gesunden Schulverpflegung auch beim gesamten Ablauf der Aufgabenstellung zu einer ganzheitlichen Ernährung zusammenarbeitet.
  • Künftiges Markenzeichen und Markenprodukt, das in der Öffentlichkeit als Nahrungsmittel mit hohem Qualitätsstandard bekannt wird und das neben einer Garantie für naturbelassene und nicht industriell hergestellter Nahrung,  gleichzeitig einen gewissen Anteil der Einnahmen für die Idee SchulFarm abwirft.
  • Orte der Begegnung, in der gelebte Nachbarschaft nicht in der Privatsphäre stattfinden muss, sondern in neutralen Nachbarschaftszentren (oder sollte man lieber Volks- oder Bürgerhaus sagen?) stattfinden kann und die gleichzeitig auch Lebens- bzw. Nahrungsmittel-Punkt bzw. Netz für Jung und Alt sein können. Man kann sich gewissermaßen wieder am Mittagstisch treffen und dort sozialen Kontakten mehr Raum und Zeit geben und sich unverkrampft kennen lernen.
  • Möglichkeit, sich wieder an selbst gesäten und geernteten Produkten zu erfreuen. Hierbei ist wichtig, die individuelle Leistung des einzelnen zu honorieren und für die geleistete Arbeit einen entsprechenden Gegenwert zu erhalten. (Geld, Zeit- und/oder Leistungs-Punkte oder evtl. sogar so etwas ähnliches wie Schulfarm-Taler?)
  • Ergänzung zum Schulunterricht, der den Schulen Hilfestellung und Mut machen soll, neue Wege der Bewältigung des Schulalltags zu wagen, und langfristig zu Reformen des Schulbetriebes führen soll.
  • soziales Netzwerk, das die Vorteile und Chancen der Digitalisierung als Kommunikationsmittel nutzt und kreativ voranbringt. Sozusagen ein (geschlossenes) Facebook-ähnliches Netzwerk für alle Genossen, in dem sich allerdings keiner hinter seiner Anonymität verstecken kann und das eine größtmögliche Kontrolle und Transparenz ermöglicht, aber gleichzeitig die Privatsphäre des einzelnen schützt. Webcams bieten die Möglichkeit einer Einsicht in die Nahrungsproduktion. Wäre es nicht schön, dem Bäcker aus der Genossenschaft mal schon morgens beim Brötchenbacken zuzusehen und einen guten Morgen und schönen Tag zu wünschen. Oder die Kinder könnten einfach mal auf dem Smartphone gucken, wie es dem neu geborene Zicklein auf dem Ziegenhof der Genossenschaft geht? Und an alle Tierschützer: nein, das Zicklein braucht keine Datenschutzverordnung bestätigen. Und an alle Datenschützer: ja, der Bäcker kann selbstverständlich die Webcam auf eigenen Wunsch einfach ausstellen. Dies setzt natürlich Toleranz, Vertrauen und Offenheit des einzelnen und gleichzeitig größtmöglichen Schutz der Privatsphäre voraus. Also eine wirklich biologisch kontrollierte Nahrungsmittelproduktion mit transparenten Prozessen, die von jedem Genossen nachvollzogen und eingesehen werden können.
  • künftige Organisations- und Kooperationsplattform für die Entscheidungsträger einer Ernährungswende: Ministerien, Kommunen, Behörden, kommunale Spitzenverbände, Schulleiter, Eltern-, Schüler- und Lehrervertretungen, aber auch Krankenkassen und Wissenschaftlichen Gremien und auch als Kontrollgremium, das die Schulen unterstützt, Qualitätskriterien für die Schulverpflegung durchzuführen und durchzusetzen.
  • Handlungs- und Informations-Alternative für den einzelnen im Bereich der Ernährung und der Nahrungszubereitung die direkt zur Verbesserung der Lebensqualität des einzelnen führt.
  • Unterstützung bei Aus- und Weiterbildung der Mitglieder der entsprechenden genossenschaftlichen Einrichtungen. Professionelle Hilfe und Unterstützung der einzelnen Genossen bei z. B. Antragstellung von EU-Geldern, gemeinsamen Anschaffungen, etc.

Praktische Möglichkeiten und Aufgaben der Genossenschaft bzw. der vernetzten bestehenden Einrichtungen könnten sein:

  • Ökologischer Landbau
  • Produktion von Lebensmitteln (Käserei, Metzger, Bäcker, Imkerei usw.)
  • gemeinsame Marktstände zur Direktvermarktung und Unterstützung des einzelnen
  • gemeinsame Ökoläden und Abholstationen
  • Kräutergarten
  • Erhaltung und Ernte von Streuobstwiese
  • Unterstützung und Gründung von Naturschutz-Initiativen und Einflussnahme auf politische Prozesse
  • Groß-Einkauf von Rohstoffen (Rabatte)
  • Erhaltung und Förderung von einheimischen Tierrassen und alter Obst-, Getreide- und Obstsorten
  • Tierhaltung zur Realisierung des pädagogischen Konzeptes. Z. B. Hasen, Pferde, Ziegen etc.
  • Verpflegungseinrichtungen (Kantine, Schulmensa, Volksküche, Restaurants) für alle Genossen
  • Unterbringung von Genossenschaftsmitgliedern (bezahlbarer Urlaub auf dem Bauernhof für alle Genossen)
  • Einbindung von Dorfgemeinschaften und Schaffung von Arbeitsplätzen
  • Einbeziehung Berliner Schulen bzw. Kinderläden und Kindergärten (Urlaub auf dem Bauernhof) – nicht als einmaliges touristisches Erlebnis sondern als kontinuierliches Ferien-Angebot mit pädagogischem Konzept mit Betreuung. (Wald – und Naturpädagogik)
  • Forschung und Entwicklung im Bereich Ernährung und Landwirtschaft und Landschaftsnutzung mit ökologischer, soziologischer und psychologischer wissenschaftlichen Begleitung
  • Landschaftsgestaltung und Landschaftsbau, Strukturveränderung und Landschaftspflege

Letzte Änderung: 19. Juli 2019

Autor: © Hans Born

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