Genossenschaft

Was ist eine Genossenschaft?

Gemeinsam seine Ziele besser zu erreichen als im Alleingang, das ist der Grundgedanke einer jeden Genossenschaft. Eine genossenschaftliche Kooperation bietet sich immer dann an, wenn das Verfolgen eines wirtschaftlichen Ziels die Leistungsf√§higkeit des Einzelnen √ľbersteigt, zugleich aber die selbst√§ndige Existenz gewahrt werden soll.

Mit Hilfe eines gemeinschaftlich betriebenen Unternehmens wird die wirtschaftliche T√§tigkeit der Genossenschaftsmitglieder erg√§nzend unterst√ľtzt. Man tritt gemeinsam am Markt auf, etwa um g√ľnstige Absatz- und Beschaffungskonditionen zu erlangen oder aber betriebliche Funktionen effizienter und qualitativ besser aus√ľben zu k√∂nnen.

Identit√§t von Eigent√ľmern und Kunden

Genossenschaften haben sich im Verlaufe ihrer 150j√§hrigen Geschichte in den verschiedensten M√§rkten etabliert und sich dabei in Gr√∂√üe und Struktur unterschiedlich ausgebildet. Allen Genossenschaften ist jedoch gemein, dass die Mitglieder zugleich Eigent√ľmer und Kunden ihrer Genossenschaft sind. Das so genannte Identit√§tsprinzip unterscheidet eine Genossenschaft von allen anderen Formen der kooperativen Zusammenarbeit.

Genossenschaftlicher Förderzweck

Besonders an Genossenschaften ist zudem, dass diese zur wirtschaftlichen Förderung ihrer Mitglieder unterhalten werden. Im Vordergrund steht somit der genossenschaftliche Förderzweck und nicht die Zahlung einer Rendite. Dies bedeutet jedoch keineswegs, dass Genossenschaften keine Gewinne erwirtschaften. Auch eine Genossenschaft muss sich marktkonform und betriebswirtschaftlich effizient verhalten, um im Wettbewerb bestehen und die Mitglieder langfristig fördern zu können.

Selbsthilfe in demokratischer Rechtsform

In einer Genossenschaft schlie√üen sich die Mitglieder freiwillig zusammen, um gemeinsam zu wirtschaften. Dabei soll die wirtschaftliche F√∂rderung aller Mitglieder aus eigener Kraft und nicht durch Unterst√ľtzung Dritter bzw. des Staates gelingen. Die Genossenschaft wird von Personen gef√ľhrt (Vorstand und Aufsichtsrat), die selbst Mitglied der Genossenschaft sind. Die grunds√§tzlichen Entscheidungen werden in der Genossenschaft in der Generalversammlung der Mitglieder getroffen. Hier hat jedes Mitglied unabh√§ngig von seiner Kapitalbeteiligung nur eine Stimme. Dadurch ist die Genossenschaft vor der Dominanz einzelner Mehrheitseigner und damit auch vor ‚Äěfeindlichen √úbernahmen‚Äú gesch√ľtzt.

Genossenschaftlicher Verbund

Jede Genossenschaft geh√∂rt einem gesetzlichen Pr√ľfungsverband an. Dieser Genossenschaftsverband nimmt in regelm√§√üigen Zeitabst√§nden eine Jahresabschlusspr√ľfung vor. Dabei werden nicht nur die wirtschaftlichen Verh√§ltnisse gepr√ľft, sondern auch die Ordnungsm√§√üigkeit der Gesch√§ftsf√ľhrung. Der Pr√ľfungsverband betreut dar√ľber hinaus seine Mitgliedsgenossenschaften in betriebswirtschaftlichen, rechtlichen und steuerlichen Fragen. Die regelm√§√üige Pr√ľfung sch√ľtzt die Gesch√§ftspartner und Mitglieder vor finanziellem Schaden. Die Genossenschaft ist auch aus diesem Grund seit vielen Jahren die mit Abstand insolvenzsicherste Rechtsform in Deutschland.

Tipps f√ľr die Gr√ľndung

Die eingetragene Genossenschaft ist die Rechtsform f√ľr Kooperationen. Wie erfolgreich eine Kooperation ist, h√§ngt neben dem pers√∂nlichen Engagement der Beteiligten und dem wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Umfeld vor allem auch von der Wahl der Rechtsform ab. Die eingetragene Genossenschaft bietet f√ľr Kooperationen ein sicheres und bew√§hrtes Rechtskleid, welches die unternehmerische Initiative der Beteiligten st√§rkt.

Kooperationen und Genossenschaften

Pers√∂nliches Engagement der Gr√ľnder und damit verbunden Eigennutz und Solidarit√§t der Beteiligten sind der Antrieb genossenschaftlichen Denkens. Die eingetragene Genossenschaft bietet hierbei ein sicheres und bew√§hrtes Rechtskleid, das einerseits die unternehmerische Initiative des Kooperationspartners sichert, ihm aber auch Perspektiven f√ľr eine erfolgreiche Zusammenarbeit bietet. Die eingetragene Genossenschaft bietet sich beispielsweise als Rechtsform an f√ľr Kooperationen von

  • mittelst√§ndischen Unternehmen
  • Existenzgr√ľndern
  • Angeh√∂rigen freier Berufe
  • Kommunen und √∂ffentlichen Einrichtungen
  • B√ľrgerinnen und B√ľrgern, als Modell der √úbernahme √∂ffentlicher Aufgaben
  • Arbeitnehmern als Modell der Unternehmensnachfolge
  • Verbrauchern und Konsumenten

Aufgrund der flexiblen Gestaltungsmöglichkeiten durch die Satzung eignet sich die Genossenschaft in allen Bereichen von Wirtschaft und Gesellschaft:

  • Dienstleistungen
  • Gesundheitswesen
  • Handel
  • Handwerk
  • Industrie
  • Bildungswesen
  • Kultur
  • Landwirtschaft
  • Soziales

Genossenschaftliche Kooperation ist die Antwort auf anonymisierte oder monopolartige Strukturen im wirtschaftlichen, sozialen oder kulturellen Umfeld. Sie erlaubt es, mit geb√ľndelter Nachfrage oder geb√ľndeltem Angebot auf M√§rkten aufzutreten, bietet Schutz in einer Gemeinschaft und ein bew√§hrtes und sicheres Rechtskleid.

Aus: (https://www.genossenschaften.de/)

Genossenschaft – was ist das?

In allen wirtschaftlichen Bereichen, im sozialen und im kulturellen Bereich werden innovative Gesch√§ftsideen in der Rechtsform der Genossenschaft umgesetzt. Neue Genossenschaften b√ľndeln die Kernkompetenzen ihrer Mitglieder, bieten Produkte und Dienstleistungen aus einer Hand sowie Aus- und Weiterbildungsangebote f√ľr ihre Mitglieder an.

In der Bundesrepublik Deutschland sind die genossenschaftlichen Unternehmen ein bedeutender Faktor. Jeder vierte Mitb√ľrger profitiert von der Zugeh√∂rigkeit zu einer Genossenschaft. Traditionelle Genossenschaften sind etwa Kreditgenossenschaften, landwirtschaftliche Genossenschaften oder Einkaufs- und Absatzgenossenschaften des Handels und des Handwerks sowie Wohnungsbaugenossenschaften.

Die Genossenschaft ist ‚Äď unabh√§ngig von der Verfolgung weitergehender Ziele ‚Äď ein wirtschaftliches Unternehmen und kann von mindestens drei Mitgliedern gegr√ľndet werden. Sie wird gepr√§gt durch die Grunds√§tze der Selbsthilfe, Selbstverwaltung und Selbstverantwortung.

Selbsthilfe bedeutet, dass sich mit Hilfe einer Genossenschaft einzelne juristische und/oder nat√ľrliche Personen mit √§hnlich gelagerten wirtschaftlichen, sozialen oder kulturellen Interessen zusammenschlie√üen, um ihre Kr√§fte zu b√ľndeln und gemeinsam Aufgaben zu bew√§ltigen, die der Einzelne nicht erf√ľllen k√∂nnte. Selbstverwaltung und Selbstverantwortung bedeuten, dass jede Genossenschaft autonom ist, d.h., von sich selbst verwaltet wird und f√ľr ihr Handeln auch selbst verantwortlich ist.

Das Genossenschaftsgesetz schreibt vor, wie die Organe einer Genossenschaft zu besetzen sind. Eine externe Einflussnahme durch Fremde ist ausgeschlossen. Jede Genossenschaft muss einem Verband, dem das Pr√ľfungsrecht verliehen wurde, angeh√∂ren. Dieser pr√ľft sowohl das Gr√ľndungsvorhaben im Interesse der Mitglieder und Gl√§ubiger sowie die wirtschaftliche Entwicklung in regelm√§√üigen Zeitabst√§nden. Er ber√§t seine Mitgliedsgenossenschaften umfassend in betriebswirtschaftlichen, rechtlichen und steuerlichen Fragen.

Genossenschaftliche Unternehmen, insbesondere auch junge Unternehmen, werden durch die genossenschaftlichen Regionalverb√§nde aktiv unterst√ľtzt und k√∂nnen ihre Leistungen nutzen. Die Gr√ľndung einer Genossenschaft setzt eine Konzeption, einen Businessplan und einen rechtlichen Rahmen (Satzung) sowie die Anmeldung im Genossenschaftsregister voraus.

Rechtsformvergleich

Im Unterschied zur GmbH (dort 25.000 Euro) oder zur Aktiengesellschaft (dort 50.000 Euro) muss die Genossenschaft bei ihrer Gr√ľndung kein bestimmtes Mindestkapital vorweisen, sie kann dies jedoch in der Satzung festschreiben.

Eine notarielle Beurkundung der Gr√ľndung ist nicht erforderlich. Es fallen daher im Gegensatz zur Gr√ľndung einer AG oder GmbH keine Notarkosten an. Die Genossenschaft hat aber die Aufgabe, dem zust√§ndigen Verband und dem Registergericht den Nachweis zu erbringen, dass das aufgebrachte Eigenkapital f√ľr den verfolgten Zweck ausreichend ist.

Während bei den anderen Unternehmensformen das Stimmrecht nach dem Kapitaleinsatz ausgerichtet wird, gewährt das Genossenschaftsgesetz jedem Mitglied, unabhängig von der Kapitalbeteiligung, grundsätzlich eine Stimme. Daneben haben die Mitglieder, wie bei anderen Rechtsformen auch, ein Informationsrecht.

Aufgrund der Selbstverwaltung m√ľssen die Mitglieder einer Genossenschaft, abweichend von den Kapitalgesellschaften, den Vorstand und den Aufsichtsrat aus dem Kreis ihrer Mitglieder besetzen. Damit wird sichergestellt, dass die F√∂rderinteressen der Mitglieder im Mittelpunkt der Gesch√§ftspolitik bleiben. Dieser F√∂rderzweck, auch ‚ÄěF√∂rderauftrag‚Äú genannt, ist in ¬ß 1 des Genossenschaftsgesetzes zwingend vorgesehen.

Satzung der Genossenschaft

Die Satzung der Genossenschaft ist ihre innere Verfassung. Sie ergänzt die gesetzlichen Bestimmungen und bestimmt die Struktur, die Kompetenzen und die Ziele der Genossenschaft.

Die Satzung bedarf der Schriftform und muss unter anderem Angaben zu Firma, Sitz, Gegenstand des Unternehmens, Nachschusspflicht in der Insolvenz, Formvorschriften f√ľr die Generalversammlung, Form der Bekanntmachung, H√∂he des Gesch√§ftsanteils zur Bildung der gesetzlichen R√ľcklage etc. enthalten.

Nach der Novelle des Genossenschaftsgesetzes 2006 ergeben sich vielf√§ltige neue Gestaltungsalternativen, die den jeweiligen Bed√ľrfnissen des Neugr√ľndungsvorhabens individuell angepasst werden k√∂nnen. Eine Mustersatzung kann daher nur als Vorschlag verstanden werden, wie eine Satzung ausgestaltet werden k√∂nnte. In Gespr√§chen mit Ihrem Berater bei den genossenschaftlichen Regionalverb√§nden ist dann gemeinsam f√ľr Ihr Vorhaben individuell die Satzung zu erarbeiten

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